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Tahir

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1

Freitag, 9. März 2018, 12:16

Halbkettenfahrzeug - Wie funktioniert das eigentlich?

Hallo Knights,

ich denke, ich bin bei niemandem besser aufgehoben, als bei euch. Wo ihr doch jede Patronensorte aus dem WWII benennen könnt, wisst ihr sicher auch, wie die Technik hinter den Halbkettenfahrzeug funktioniert.

Mein Problem ist folgendes:
Ich möchte mit meinem Sohn einen Panzer aus Legotechnik bauen und am liebsten ein Halbkettenfahrzeug, da die Kettenlänge nicht für einen Panzer reicht. Wenn ich den Antrieb auf die Ketten lege, dann wirkt die Lenkung vorne aber bestenfalls wie ein nutzloser Pflug, weil die Kraftübertragung von der Kette einfach zu groß ist und die eingeschlagenen Vorderräder größtenteils ignoriert werden.



Wie haben die das damals gemacht?

2

Freitag, 9. März 2018, 12:35

Die damalige Lösung war schlicht und einfach die Kettenbremse. Sprich eine Kette wurde ja nach Lenkeinschlag kontrolliert gebremst.
Die Umsetzung im funktionsfähigen Modell kann über ein Differential umgesetzt werden oder halt über Elektronik und unterschiedlich schnell drehende Kettenantriebsmotoren.

Gruß,

Flo

Blüchi

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3

Freitag, 9. März 2018, 13:01

https://youtu.be/Okahfp3GrWM

da kann man sich einiges abschauen.

Grenadier Christian

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4

Freitag, 9. März 2018, 13:58

Es kommt aber auch auf das Baumuster an.

Beim SdKfz 251 wurde die Lenkung über eine Kombination der Räder und gebremsten Kettenlaufwerken geregelt, indem bei kleinem Lenkeinschlag (d.h. großem Wendekreis) die Lenkung nur über die eingeschlagenen Räder erfolgte; sobald über ein bestimmtes Maß hinaus eingelenkt wurde, schaltete sich automatisch eine Lenkbremse der jeweils auf der Kurveninnenseite liegenden Laufwerkshälfte zu und bremste diese ab.

Das amerikanische M3 Halbkettenfahrzeug hatte dagegen eine angetriebene Vorderachse, um die kürzeren Auflageflächen des Kegresse-basierten Laufwerks zu kompensieren. Ich meine mich auch zu erinnern, dass das M3 gar keine Lenkbremse als solche hatte, sondern nur ein Ausgleichsdifferential, was im Gelände zu schlechteren Leistungen als die deutschen Varianten führten.

Die deutsche Variante war dagegen technisch aufwändiger (Kosten, Wartung), was ja ein wiederkehrender Aspekt der dt. Rüstung vor 1945 war und in gewisser Weise bis heute ist.

Im Modell ist es grundsätzlich ein Problem, dass Gewicht und Reibung sich nicht wie im Vorbild verhalten, gerade auch bei Lego. D.h. bei einem angetriebenen Modell haben die Frontreifen nicht genug Reibung, um eine Lenkwirkung, insbesondere auf glatter Oberfläche, zu übertragen. Zudem wäre im Fall des kombinierten Typs das Problem zu überwinden, dass die Lego-Technik-Sachen auf mechanischer Ebene zu viel Spiel haben, um zwischen verschiedenen Einschlagwinkeln zu differenzieren.
"There seems to be something wrong with our bloody ships today." Vizeadmiral Beatty

imperialChief

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5

Freitag, 9. März 2018, 14:05

Bin zwar kein Knight - aber einen Tipp für Dich habe ich trotzdem:

Von der Firma SGS-Electronic gibt es eine Halkettensteuerung für RC-Fahrzeuge, welche proportional zum Lenkeinschlag der Vorderräder die entsprechende Kette abbremst.
Somit ergibt sich ein sehr realistisches Fahrbild !
Hier der Link:
sgs-electronic
Gruss

Andy

Tahir

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6

Freitag, 9. März 2018, 16:39

WOW...

ich setze mich gleich mal ran. Ich melde mich mit einem Wutanfall oder Freudentränen zurück. Danke Euch

newood

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7

Samstag, 10. März 2018, 14:54

... gibt es da nicht von Lego interessantere Modelle mit denen man was heben und senken kann ?

Mit einem Gabelstapler kann man viel besser spielen und kleine Kisten stapeln.

Kettenkrad ohne Flugzeug zum Schleppen ist doch wie Fritten ohne Majo ,na ja,
Du machst das schon !

mfg
micha / newood

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8

Samstag, 10. März 2018, 17:17

Die Halbkette war ein Kompromiß zwischen Geschwindigkeit und Geländegänglgkeit. Fürs schnelle Fahren mit leichten Kurven wurde über die Vorderräder gelenkt, im Gelände und bei engen Kurven mit den Ketten, zu Lasten der Geschwindigkeit. Auf befestigten Straßen lag der Rollwiderstand nur so 5-10% über Radfahrzeugen. Trotzdem blieb die Vorderachse ein Schwachpunkt im Gelände, Achsbrüche waren der KO für die Halbkette.
Beim Aussteigen stolpert man schon mal über das Dach des nebenan geparkten Autos. Von Parkhäusern reden wir hier lieber nicht. Sagen wir, der Wendekreis ist groß. (Aus einem Test des Ford Ranger)