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preussischblau

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  • »preussischblau« ist der Autor dieses Themas

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Spielsysteme: Black Powder, und was noch so zum siebenjährigen Krieg passen mag.

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Clubforum: Spielen im Norden

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1

Mittwoch, 22. November 2017, 15:02

Wahrscheinlich der unwahrscheinlichste Schlachtverlauf in 40 mm

Ich hasse Würfel. Gründlich.

Jaja, es gibt immer ein Zufallselement. Jaja, ein Schlachtplan überlebt nie den ersten Feindkontakt. Trotzdem!

Bei unserer Forschungsreise durch die Black Powder Regeln kamen wir am Kapitel Gebäude vorbei. Also gut, mal einen Blick reinwerfen, wenn schon die Tür offen steht… Probieren geht über, naja ihr wisst schon. Regeln erfahren, erfühlen, begreifen. Bier hilft. Scotch noch mehr.

Das Schlachtfeld – die Preußen sind schon da!
Daher gibt es diesmal es ein kleines Szenario, angesiedelt irgendwann zwischen 1756 und 1763. Im Zentrum steht einverfallenes Steingebäude , in dem sich eine preußische Grenadiereinheit verschanzt hat (40. Füsilier Regiment, die Kreytzen Füsiliere um genau zu sein), diese unterstützt von noch ein paar Truppen. Oben im Bild.

Die Habsburger erscheinen in Übermacht: Mehr Einheiten, dazu größere und kampfstärkere Regimenter, unten links. Aber es gibt auch etliche Mauern und damit Deckung für die Preußen.





Die Preußen müssen zuerst detachieren. Neben dem Haus bezieht das 22. Regiment Prinz Moritz von Anhalt-Dessau Stellung. Das ist die Eliteeinheit in diesem Spiel, die halten die zentrale Position. Der Bereich zwischen den Mauern und dem Wäldchen wird vom 34. Regiment, Prinz Ferdinand Infanterie gedeckt. Zur Unterstützung stehen im Hintergrund in Marschkolonne das 12. Regiment, Erbprinz von Hessen-Darmstadt (neben dem Wäldchen und das Musketier Regiment Nr. 14 von Lehwaldt. Sie sind so aufgestellt, dass sie schnell sich auftuende Brennpunkte erreichen können.





Nördlich außen, direkt neben dem Wäldchen steht das 8. Regiment, Amstell Infanterie und dahinter die Finckenstein Dragoner 10. Regiment. Die decken die Flanke.

Die Österreicher kommen im Morgengrauen
Die Österreicher rücken von Osten an. Sieht auf den ersten Blick aus wie eine klassische Schlachtreihe. Soll es auch. Ist aber die getarnte Aufstellung für eine Zangenbewegung. In der Mitte nur ein wenig Standard, links und rechts auf den Flügeln die starken Einheiten. Im Süden, rechte Flanke der Österreicher sind die Elitetruppen in Form der Sächsischen Leibgrenadiergarde und die Print Maximilian Infanterie. Die Nadasdy Husaren komplettieren die Grenadiertruppen rechts.
Links stehen zwei große Einheiten: Die Infanterieregimenter 1, Kaiser Infanterie und 26, Puebla Infanterie, unterstützt von der Bayerischen Preysing Infanterie. Die haben sich in den vergangenen Schlachten einen Ruf als „Brotzeit-Infanterie“ erworben. Sie werden später Erstaunliches vollführen.

Zangenangriff der Österreicher
Die linke Flanke rückt nur langsam vor. Rechts sollten die Husaren und die Grenadiere so schnell als möglich vorrücken. Sollten. Werden aber mit einem Knall ausgebremst. Doppelsechs, Blunder! Weil die Truppen nah an der Kante stehen, besteht die Gefahr, dass sie beim Blunderwurf unkontrolliert vom Schlachtfeld rennen. Nach diesem Blunder reicht ein unglücklicher Wurf, um die ganze Flanke zu zerstören. Aber es geht gerade noch mal gut. Die Einheiten rennen nicht kopflos herum, sondern bewegen sich immerhin in die richtige Richtung. Es soll aber nicht der letzte Blunder in diesem Spiel bleiben…


Die Preußen reagieren
Weiter geht’s auf der rechten Flanke, wenn auch langsam. Dann kommt die erste Überraschung von den Preußen. Statt hinter der sicheren Deckung zu verharren rücken die beiden zentral positionierten Regimenter auf die relativ schwache Mitte der Österreicher vor und eröffnen sofort das Feuer auf die überraschten Deutschmeister und die Hessen Darmstadt Infanterie. Gleichzeitig bewegen sich die beiden im Hintergrund gehaltenen Regimenter zur Unterstützung in die Mitte.



Die Österreicher kommen nicht voran
Die Artillerie der Österreicher schafft es nur ein wenig vor; Sie steht auf der halb rechten Flanke konzentriert. Schüsse auf das Gebäude bleiben bei der starken Deckung wirkungslos. BP rechnet +3 auf den Rettungswurf in Gebäuden; ist echt schwer, jemanden durch Beschuss aus einem Haus herauszuholen. Es wird noch ein paar Jahrhunderte dauern, bis Flammenwerfer erfunden sind. Das Artilleriefeuer wird aber schnell auf die vorrückenden Preußen umgeschwenkt. Durch die große Entfernung ist die Wirkung aber minimal. Die wenigen Treffer werden gesaved.



Ein weiterer Blunder (der zweite!) bremst wieder das Vorrücken der Österreicher und verbündten Sachsen. Statt das Gebäude anzugreifen bleiben sie davor hängen und beschießen wirkungslos die Mauern der Ruine. Auch die Kanonen kommen nicht vom Fleck. Ein dritter (!) Blunder verhindert weitere Manöver der Österreicher, aber nochmal Glück im Unglück; die Truppen bleiben stehen. Und werden weiter beschossen.



Die Kreytzen Infanterie in der Ruine wehrt sich verbissen. Sie schießen bis die Läufe glühen und fügen der Elitetruppe der Sächsischen Leibgrenadiergarde heftige Verluste zu. Diese steht deckungslos und auf kürzeste Entfernung im Feuer, Blunder sei Dank, kommt durch den Blunderwurf auch nicht voran und verliert dramatisch schnell gute Männer.

In der Mitte tauschen das 22. Und 34. Regiment auf Seiten der Preußen und das 4. Regiment sowie die Hessen Darmstadt Infanterie Salve um Salve aus.



Die rechte Flanke der Preußen stagniert
Auch die Preußen haben Pech beim Befehlswurf. Mehrmals versuchen sie, die Artillerie, die Amstell Infanterie und die Dragoner auf ihrer rechten Flanke von Norden her etwas vorzuziehen, aber jedes Mal wird der Kommandowurf verkackt. Die wenigen Kanonenschüsse haben keine Wirkung, das Ziel ist zu weit weg, an der Grenze der Reichweite. Auf dieser Flanke stehen sich die Kontrahenten auf große Entfernung gegenüber. Der Plan der Preußen: Sowohl die Infanterie als auch die Kavallerie sollen eilig das Schlachtfeld überqueren und die Kaiser Infanterie im Nahkampf attackieren. Das würde mit einem gemeinsamen Befehl mit drei Bewegungen klappen, die Kavallerie würde die langsameren Fußtruppen um Verlauf dieser Bewegung überholen, so dass diese am Ende des Zuges umgekehrt dastehen würden: Die Dragoner mit ihrem Nahkampfwert von 8 direkt im Getümmel, unterstützt von der Infanterie. Aber mehrere Spielzüge lang geht nix voran.



Heftiges Feuer in der Mitte
Inzwischen ist das 12. Regiment der Preußen nachgerückt und verstärkt das Zentrum. Das 22. Regiment, die preußische Elitetruppe setzt den hessischen Grenadieren der Österreicher in der Mitte heftig zu. Diese stehen etwas exponiert, denn die rechts daneben stehende Deutschmeister Infanterie kann nicht auf nahe Entfernung heran, sie würde der Artillerie das Schussfeld versperren.



Um wenigstens etwas Unterstützung zu bieten, wird die gesamte Schlachtreihe der linken Flanke der Habsburger mit dem beiden großen österreichischen Regimentern so in die Mitte verschoben, dass die Puebla Infanterie ebenfalls das Feuer eröffnen kann. Um die äußerste linke Flanke soll sich die Preysing Infanterie kümmern.
Die Österreicher wollen so den Druck auf die Mitte erhöhen, ohne die Deckung der linken Flanke aufzugeben.



Die Festung fällt
Die Ruine in der Mitte wurde heldenhaft verteidigt – die Kreytzen Infanterie hat beim Versuch, die kleine Festung zu stürmen, ein Garderegiment der Sachsen vernichtet. Aber das zweite angreifende Regiment, die Prinz Maximilian Infanterie schafft es in einem gnadenlosen Nahkampf, die Verteidiger in der Ruine zu überwältigen.







Über die rußgeschwärzten Mauern und leblosen Körper der geschlagenen Soldaten hinweg steigen die Grenadiere in die Trümmer des alten Hauses und verschanzen sich umgehend. Eine dramatische Wendung für die Preußen: Plötzlich haben zwei Einheiten ein Garderegiment der Sachsen in der Flanke, das zu allem Überfluss auch noch in befestigter Deckung steht. Ob es die Sächsische Prinz Maximilian Infanterie durch aggressives Flankenfeuer auf das 14. Regiment der Preußen schafft, den Untergang der Husaren noch aufzuhalten und die Habsburger doch noch zum Sieg zu führen?




Nachdem die Hessen Darmstadt Infanterie in der Mitte der Habsburger vernichtet wurde, klafft in der Front eine breite Lücke. Die gesamte linke Flanke soll in die Mitte verschoben werden. Der das ist leichter gesagt als getan. In der Zwischenzeit:

Die Husaren reiten ins Verderben
Inzwischen haben die Nadasdy Husaren die gesamte rechte Flanke der Österreicher umrundet und befinden sich im Rücken der Preußen. Sie sollen jetzt von hinten angreifen. Aber der preußische Kommandeur hat das kommen sehen und positioniert das 14. Regiment, die Lehwald Infanterie hinter der Steinmauer. Die Reichweite der der Musketen reicht gerade noch aus, die Husaren zu erreichen. In einem riskanten Manöver sollten die Husaren weiterreiten und die Flanke wechseln. Aber das schlägt auf dramatische Weise fehl. Sie schaffen nur zwei statt drei Bewegungen und bleiben genau vor den Musketen des Feindes stecken. Diese dürfen wegen Querbewegung eine freie Salve abfeuern, und weil es sich um Flankenfeuer handelt, kommt die doppelte Würfelzahl zum Einsatz. Die Husaren haben sich gründlich verschätzt. Statt eines schnellen Vorüberrittes führt das riskante Manöver in das gnadenlose Feuer der Infanterie. Die Husaren erleiden nicht nur Verluste, sondern werden disordered. Sie bleiben damit in exponierter Stellung hängen, können sich nicht zurückziehen und werden blutig niedergemetzelt. (Anmerkung: Ich glaube, da haben die Regeln eine Macke: Wer disordered ist, darf sich nicht bewegen, aber da sollte es eine Ausnahme für die mobile Kavallerie geben, die würden ja nicht im Kugelhagel stehen bleiben – oder haben wir da was übersehen?) Jedenfalls scheint in dieser Schlacht das Ende der Husaren besiegelt.



Das dramatische Finale
Durch verlustreiche und blutige Kämpfe haben die Alliierten eine starke Position im Zentrum nehmen können. Sie können jetzt das Schlachtfeld dominieren und sowohl die Husaren hinter den Linien als auch die Mitte der Front entlasten. Dort sammeln sich zudem weitere Truppen und die Artillerie hat sich endlich eingeschossen und verursacht etwas Wirkung. Alles sieht vielversprechend aus, denn auch die preußischen Truppen haben erhebliche Verluste hinnehmen müssen.

Aber.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Doppelsechs und damit einen Blunder liegt bei 2,78%. Bei rund 20 Spielzügen macht das etwa in jedem zweiten Spiel für einen Spieler einen solchen Fehlwurf. Durchschnittlich. Statistisch gesehen. In diesem Spiel hatte der Österreicher aber bereits drei Blunder! DREI!

Gerade als die Sachsen die Ruine erobert hatten, gerade als die Husaren noch kurz vor dem Breaktest standen, gerade als die Truppen in der Mitte entlastet wurden, gerade als die Artillerie – auch diese vorher schon durch zwei Blunder ausgebremst – etwas mehr Wirkung entfaltete, gerade dann… schlug der vierte Blunder des Spieles ein wie eine gewaltige Salve Kartätschenfeuer aus nächster Nähe.

Diesmal müssen als Folge davon alle Einheiten der linken Flanke, die nach rechts ins Zentrum rücken sollten, stattdessen einen Zug nach links machen. Das bedeutet, dass die mühsam geschlossene und geschwächte Mitte wieder aufgerissen wird; auf die bereits schwer angeschlagenen Hessen kann sich jetzt das Feuer zweier Grenadierregimenter der Preußen fokussieren.



Das bedeutet auch, dass die am Spielfeldrand stehenden Bayern kommentarlos vom Schlachtfeld spazieren, ohne auch nur einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Damit verliert die Kaiser Infanterie ihre Rückenunterstützung. Die gesamte linke Flanke der Habsburger gerät außer Tritt, die Mitte gerät in akute Gefahr, zu brechen.





Ausgerechnet jetzt gelingt den Preußen endlich ihr Manöver auf ihrer rechten Flanke. Das Timing für den Angriff hätte nicht besser sein können. Die jetzt ohne Rückendeckung dastehende Kaiser Infanterie bekommt die volle Wucht der Dragonerattacke zu spüren, die auch noch von der Amstell Infanterie unterstützt wird. Nur ein gewaltiger Ansturm reicht, um das große Regiment an den Rand des Unterganges zu treiben. Das wars dann – mit vier gebrochenen Regimentern müssen die Habsburger die Schlacht ruhmlos und schmachvoll geschlagen geben.

Ich hasse Würfel
Scheiß auf Wahrscheinlichkeit.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »preussischblau« (22. November 2017, 15:25)


Mandulis

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2

Mittwoch, 22. November 2017, 15:21

Auch wenn der Groll wahrscheinlich noch in dir steckt, so hat er dir doch zu einem sehr unterhaltsam geschriebenen Bericht verholfen. Napoleonische Spiele interessiere mich eigentlich gar nicht, aber den hier habe ich mit Freude gelesen. Ab und an nickt man dann; ja genau der Scheiß passiert einem bei Hail Caesar auch. :)

Poliorketes

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3

Mittwoch, 22. November 2017, 15:40

Schöner Bericht. Was die Würfel angeht - Willkommen im Club. spiel Schach ;-) Auf keinen Fall Blood Bowl. Die Warlordsysteme sind ja eigentlich revht ausgeglichen, aber Doppelsechsen können da ein Spiel verderben, nicht nur vom Ergebnis, auch vom Spaß.
Beim Aussteigen stolpert man schon mal über das Dach des nebenan geparkten Autos. Von Parkhäusern reden wir hier lieber nicht. Sagen wir, der Wendekreis ist groß. (Aus einem Test des Ford Ranger)

4

Mittwoch, 22. November 2017, 16:01

Wirklich tolle Bilder, hätte das von den 40mm Figuren nicht erwartet!

Wer mit Warscheinlichkeiten arbeitet sollte Streuung und Risiko nicht vergessen ;). Ich bin mir ziemlich sicher das Leute mit beständigem „Würfelpech“ genau das tun...

Blood Bowl hat mmn auf hohem Niveau einen sehr geringen Glücksfaktor und auf niedrigem einen sehr hohen - eigentlich eine tolle Kombination für interessante Spiele! Das Frustpotential ist aber zugegebenermaßen sehr hoch...

Pappenheimer

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5

Mittwoch, 22. November 2017, 16:09

Schöner Bericht.

Die Österreicher müssen mal langsam lernen mit Kavallerie gescheit umzugehen. ;)

Was aber das Zusammenschießen von Kavallerie anbelangt: das kam schon mal vor. Bisweilen wurde ja auch die eigentlich viel zu wertvolle Kavallerie als lebendige Schutzschilde zum Maskieren von Infanterie verwendet. Das wäre wohl zu spezifisch der Reiterei eine Art Befehlsverweigerung wegen höherer Flexibilität zuzubilligen.

Was mir insgesamt aufgefallen ist, ist die mangelnde Flexibilität im Denken. Hatten wir in unserem letzten Weißenburg-Spiel aber auch. Eine Seite hat einen "schönen" Plan, kann aber dann nicht umschalten, obwohl Zufälle wie Befehlsverweigerung der Unterführer den ursprünglichen Plan vollkommen obsolet machen.
Z.B. die Infanterie nicht zur Unterstützung zu schicken, nur weil es das Schussfeld der Ari verstellte, war typisch für das Verhalten. Mit potentiell 3 Einheiten auf eine zu feuern hätte den Nachteil der evtl. ungenutzten Ari deutlich wett gemacht.

Eine Frage: Bilden die Sachsen eine eigene Brigade?
Die sächsischen Truppen hatten ja nach dem Großen Nordischen Krieg einen miserablen Ruf. Ein General meinte mal sowas wie dass es eine Zumutung sei, sowas Armee zu nennen. Im Österreichischen Erbfolgekrieg haben sie eigentlich immer verloren, überwiegend primär bedingt durch unfähiges Oberkommando. Aber denen irgendwie einen Elitestatus zuzubilligen würde mir der Anhaltspunkt fehlen - auch wenn Sachsen meine Sympathie haben.

Vielen Dank für Deine anschauliche Art durch Fotos und Text samt den Richtungspfeilen den Ablauf zu dokumentieren. Erleichtert die Auswertung und das Verständnis. Vorbildlich! :thumbsup:

DonVoss

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6

Mittwoch, 22. November 2017, 16:25

Schon ein Wahnsinn, was du hier mit selbstgegossenen Figuren zelebrierst... :thumbup:

Und dein Hausbau hat sich ja wirklich rentiert. Klasse gemacht, wie der gesamte Spielbericht.

@Hausregeln
Mir waren die Häuser auch immer zu stark. Ich fand den Ansatz von "Honours of War" ganz gut, da keine dollen Boni zu verleihen.
Die werden sonst zu Bunkern....;)
Passt besser zu Waterloo.

Back to Spielbericht.
Erste Sahne....:)

DV

Strand

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7

Mittwoch, 22. November 2017, 16:56

Dafür, dass Du die Würfel so gehasst hast, ist das ein sehr schöner Spielbericht geworden. :thumbup:

3x Blunder ist aber definitiv keine Seltenheit. Generell muss man sich als Wargamer ein dickes Fell zulegen (seien es Aktivierungen bei Lion Rampant, Manövertests bei FOG, Ballaufnahmen bei BloodBowl, etc.). Das sagt sich leichter als umgesetzt - selbst mir geht nach 35 Jahren Tabletop-Hobby ab und zu der Gaul durch - aber manchmal hat man an bestimmten Tagen einfach nicht den Auftrag.
“Never trade the joy of playing for the pursuit of victory, and lead by example.”

newood

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8

Mittwoch, 22. November 2017, 17:16

... einfach noch einmal spielen !

Wirklich, die Berichterstattung ist auch dieses Mal bestechend !

mfg
newood

Riothamus

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9

Mittwoch, 22. November 2017, 17:56

Ich bin begeistert: :thumbsup: , :thumbsup: , :thumbup: mit *, Eichenlaub und Mozartkugel.
Gruß

Riothamus

Bemalte Miniaturen 2017:

28 mm: 21 Schafe, 1 Hund, 2 Zivilisten
Reiskörner: 400 Infanteristen v1.0 (7 Regimenter), davon v2.0: 268 Infanteristen (4 Regimenter)
1 Schneller Raumkreuzer Orion VIII Durchmesser 10 cm

Bemalzeit ab März 2017: 26 h

Tabris

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10

Mittwoch, 22. November 2017, 18:31

Ich hatte eigentlich bisher den Aufbaubeitrag belächel... 40mm ist doch was für Grobmotoriker und Leute die Massenbemalung scheuen dachte ich mir.

Aber der Spielbericht und die Bilder haben mich devinitiv eines Besseren belehrt. Mein Respekt und :thumbsup:
"Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird, rennt die
Strasse hinunter, um nicht nass und durchtränkt zu werden. Wenn man es
aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen nass zu werden, kann man mit
unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnässt werden. Diese Lektion gilt
für alles."

HAGAKURE von Yamamoto Tsunetomo

preussischblau

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11

Mittwoch, 22. November 2017, 20:29

Danke für das vielfältige und supernette Feedback! Freut mich wenns gefällt. Macht Spaß, das Ganze Revue passieren zu lassen, ist sogar ein Lerneffenkt dabei. Es ist ein Trost, wenn es anderen mit den verflixten Würfeln auch so geht. Ein weiterer Trost war, dass der Scotch nach dem Spiel noch nicht alle war. Jedenfalls nicht unmittelbar danach.
Die Österreicher müssen mal langsam lernen mit Kavallerie gescheit umzugehen. ;)
Ja, im Nachhinein wäre es schlauer gewesen, zu warten bis das Haus besetzt ist und dann die übrige Infanterie frontal anzugreifen, dann mit Unterstützung aus dem eroberten Haus. Und die Arti weiter nach vorne. Und... aber hinterher ist man immer schlauer - jedenfalls dazugelernt.

In Sachen Brigade: Ja und nein. Wir haben 2 Kommandeure, aber (noch) keine Abgrenzung der Brigaden. Das kommt später mal. Nur die sächsische Leibgrenadiergarde ist Elite, die anderen nicht. Ich habe nach einer Ausrede gesucht, Grenadierfiguren mit den hohen Mützen auch für die Habsburger zu verwenden. Weil die Österreicher (und Russen) andere Grenadiermützen hatten, bleiben halt nur Sachsen. Versuche in dem Rahmen, den Figuren hergeben, schon so historisch korrekt wie möglich zu sein - auch wenn Kompromisse nicht zu vermeiden sind.
Mir waren die Häuser auch immer zu stark.
Ich fands eigentlich passend. Nur Beschuss hilft wenig bei Steinmauern, da haben Kanonen und Musketen Probleme. Aber im Nahkampf hats ja dann geklappt. Man sagt ja, der Angreifer sollte mindestens doppelte Übermacht haben, und das war ja der Fall; auch wenns die schicken roten Elitesoldaten erwischt hat, das Ziel wurde erreicht.

40mm ist doch was für Grobmotoriker und Leute die Massenbemalung
Da hast Du zweifellos Recht, trifft bei mir alles zu :D . Freue mich umso mehr, wenns Dir (trotzdem) gefällt! :thank_you_1: Solche Massen wie Dirk werde ich nie hinkriegen, aber so langsam wirds besser. Hab ja erst vor etwa 20 Monaten angefangen. Ist ja bei mir historisch bedingt mit den 40mm .
Gibt es eigentlich fünfseitige Würfel? :pinch:

Dirk Tietten

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12

Donnerstag, 23. November 2017, 01:53

Schöner lebendiger Spielbericht.
Das mit den Blundern kann schon recht frustrierend sein ,deshalb sollte man mit möglichst vielen Einheiten/Brigaden spielen damit kein Frust aufkommt.Und was die Originalwerte der Häuser bei BP betrifft finde ich die viel zu stark.Bei unseren Spielen gibt es nur jeweils ein Bonus für Deckung und Kampfergebnis .Wie der Don schon geschrieben hat sind das sonst Bunker die nicht bzw. kaum zu knacken sind.

Grüße Dirk
Habe eigentlich immer Napoleonische Figuren 28mm für den Verkauf :D

Pappenheimer

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13

Donnerstag, 23. November 2017, 13:53

]
1.
Ja, im Nachhinein wäre es schlauer gewesen, zu warten bis das Haus besetzt ist und dann die übrige Infanterie frontal anzugreifen, dann mit Unterstützung aus dem eroberten Haus. Und die Arti weiter nach vorne. Und... aber hinterher ist man immer schlauer - jedenfalls dazugelernt.
2.
In Sachen Brigade: Ja und nein. Wir haben 2 Kommandeure, aber (noch) keine Abgrenzung der Brigaden. Das kommt später mal. Nur die sächsische Leibgrenadiergarde ist Elite, die anderen nicht. Ich habe nach einer Ausrede gesucht, Grenadierfiguren mit den hohen Mützen auch für die Habsburger zu verwenden. Weil die Österreicher (und Russen) andere Grenadiermützen hatten, bleiben halt nur Sachsen. Versuche in dem Rahmen, den Figuren hergeben, schon so historisch korrekt wie möglich zu sein - auch wenn Kompromisse nicht zu vermeiden sind.

1.
Ich finde ja nach wie vor, dass der Umgang mit Kavallerie am schwierigsten zu erlernen ist. Sie ist schnell irgendwo hin bewegt, aber dadurch läuft man auch leicht Gefahr sie verzettelt einzusetzen. Z.B. wenn die Infanterie nicht nachkommt. Dann kann sie leicht zusammengeschossen werden. Gegen Linieninfanterie hat sie halt frontal kaum eine Chance. Gerade auf so engem Raum wie bei euch, wo ein Blunder schon die Truppe leicht von der Spielfeldkante hauen kann, wird es mit Kavallerie noch schwieriger. Bei unseren ersten Spielen hatte ich wiederholt meine Reiterei verheizt, weil sie irgendwie am Ende eine Stellung gegen anrückende Infanterie behaupten musste. Ein gutes Beispiel für fiese Infanterie auch hier: http://www.sweetwater-forum.de/index.php…&threadID=21114 Das Gelände mit der Einfriedung machte bei euch den Einsatz der Husaren ja gleich nochmal schwerer. Auf dem anderen Flügel auf die Dragoner, das wäre was gewesen, vielleicht als Backup für das starke Linienregiment.

2.
Schön exotisch auch das DR Khevenhüller. http://c8.alamy.com/comp/GD2FG8/austrian…1734-GD2FG8.jpg Da hatten die Dragonergrenadiere auch diese Mützen. :thumbsup: