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meyer

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Mittwoch, 3. Januar 2018, 22:22

Battle for Arnhem Bridge - die Kampagne

Wir spielen gerade die Mini-Campaign aus dem Flames of War Buch "A Bridge too far". Deshalb folgen hier alsbald die Spielberichte dazu. Zwei Spiele haben wir schon geschafft.
Für alle die es interessiert, hier ein paar Hintergrundinformationen.
Die Kampagne besteht aus vier Missionen auf ein und derselben Platte, sie stellt die Brückenauffahrt der Arnheimer Straßenbrücke dar.

Um diese wurde vom 17. bis 21. September 1944 ein verzweifelter und verlustreicher Kampf geführt.
Doch wie kam es dazu...

Historischer Hintergrund:

Westfront, September 1944

Nach der Kesselschlacht von Falaise, die das Ringen um die Normandie beendete, waren die Alliierten rasch durch Frankreich vorgestoßen und standen nach nur zwei Wochen an der holländischen und deutschen Grenze. Die dadurch völlig überdehnten Nachschubwege machten eine Fortsetzung des Angriffs auf breiter Front schwierig. US General Eisenhower, Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa, stand vor der Entscheidung entweder den Briten im Norden oder den Amerikanern im Süden den Vorrang zu geben.
Schließlich ließ er sich von Montgomery, dem die britische Heeresgruppe in Belgien unterstand, von einem gewagten Plan überzeugen der den Krieg bis Jahresende beenden sollte. Der Plan bestand aus zwei Teilen: Aus der Operation „Market“, der bis dahin größten Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs, und aus der Operation „Garden“, dem geplanten Vormarsch der Bodentruppen durch den von den Luftlandetruppen gebildeten Korridor, quer durch die Niederlande.
Dabei sollten die Luftlandetruppen, die aus der amerikanische 101. und 82. und der britische 1. Luftlandedivision bestanden, drei große und mehrere kleine Brücken erobern und diese bis zum Eintreffen der Bodentruppen des britischen 30. Korps halten. Die Panzer sollten dann über diese Brücken hinweg ca. 100 km vorstoßen. Die letzte und wichtigste Brücke war die in Arnhem über den Rhein und sollte in zwei bis drei Tagen erreicht werden!
Der Verlust nur einer dieser Brücken konnte das Scheitern des Unternehmens bedeuten.
Anschließend sollten die Panzertruppen nach Osten einschwenken und ins Ruhrgebiet vorstoßen, das industrielle Herz Deutschlands.
Der Plan wurde am 10. September 1944 genehmigt und schon am 17. September sollte "Market Garden" beginnen!




1st British Airborne Division
1.britische Luftlandedivision

Die British 1st Airborne Division wurde im November 1941 aufgestellt. Im September 1942 wurden erste Teile der Division nach Nordafrika verlegt. Dort sprangen erstmals die Fallschirmjäger der Division im kleineren Rahmen hinter den feindlichen Linien ab. Bei den darauffolgenden Kämpfen um Tunesien erhielten die Männer mit dem roten Barett von den Deutschen den respektvollen Beinamen „Rote Teufel“.
Im Juli 1943 sprangen Teile der Division zur Unterstützung der Invasion Siziliens hinter den Landeabschnitten ab und erlitten dort schwere Verluste. Nach der Eroberung der Insel durch britische und amerikanische Truppen landete die Division im September 1943 von See her auf dem italienischen Festland und eroberte den Hafen Tarent.
Im selben Monat wurde begonnen die 1st Airborne Division von Italien zurück nach England zu verlegen.
Im Januar 1944 wurde Generalmajor Robert Urquhart Kommandeur der Division, die inzwischen auf 10 000 gut ausgebildete Männer angewachsen war. Am D-Day, dem Tag der Landung in der Normandie, verblieb sie lediglich als Reserve in England.
Zwischen dem D-Day und der Operation Market Garden wurden 17 Luftlande-Operationen geplant, die aber alle aus verschiedensten Gründen gestrichen wurden, zumeist weil die Bodeneinheiten so schnell vorstießen, dass die Luftlandungen nicht mehr notwendig waren.
In der Operation "Market Garden" schließlich wurde der 1st British Airborne Division eine Schlüsselrolle zugeteilt. Der Befehl lautete, die Brücke von Arnhem zu nehmen und zu halten, bis das 30. Britische Korps eintreffen würde. Aufgrund der schwierigen Geländeverhältnisse rund um Arnhem und der vermuteten Stellungen der schweren Flugabwehreinheiten der Deutschen wurde die Division angewiesen bis zu 12 Kilometer westlich von der Straßenbrücke entfernt zu landen. Es war also notwendig die relativ große Strecke schnell zu meistern. Dafür sollte eine mit Jeeps ausgerüstete Kompanie voranpreschen.
Aufklärungsflüge und Meldungen des holländischen Widerstandes ließen den unerwarteten Aufmarsch deutscher Einheiten rund um Arnhem vermuten. Jedoch ignorierten die alliierten Planer diese Erkenntnisse, die Fallschirmjäger würden auf keinen bis geringen Wiederstand treffen. Tatsächlich aber war das 2. XX-Panzerkorps, bestehend aus Resten der 9. und 10. XX-Panzerdivision, zur Auffrischung von der Front abgezogen und in die Gegend um Arnhem verlegt worden. Die beiden Divisionen hatten in den vorrangegangenen Kämpfen schwere Verluste erlitten und waren nur knapp dem Kessel von Falaise entkommen. Aber noch immer hatte die Truppe Schlagkraft und bestand aus kampferprobten Soldaten.

Gliederung der 1st Airborne Division:

1st Parachute Brigade
1st Parachute Battalion
2nd Parachute Battalion
3rd Parachute Battalion
1st Airlanding Anti-Tank Battery, RA
1st Parachute Squadron, RE (Royal Engineers)

4th Parachute Brigade
10th Parachute Battalion
11th Parachute Battalion
156th Parachute Battalion
2nd (Oban) Airlanding Anti-Tank Battery, RA
4th Parachute Squadron, RE (Royal Engineers)

1st Airlanding Brigade
1st Battalion The Border Regiment
2nd Battalion The South Staffordshire Regiment
7th (Galloway) Battalion The King's Own Scottish Borderers

Divisional Units
1st Airlanding Light Regiment, RA
1st Airborne Reconnaissance Squadron
The Glider Pilot Regiment
u.a.

Weiterhin sollte die 1st Polish Independent Parachute Brigade Group am 3.Tag bei Arnhem landen.

2nd Parachute Battalion (Teil der 1.Parachute Brigade)

Die 1.Parachute Brigade war eine von drei Brigaden der 1st British Airborne Division, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen landen sollten. Die 1. Brigade sollte die Spitze bilden. Sie bestand aus dem 1., 2. und 3. Bataillon. Alle drei Bataillone landeten am 17. September zwischen Heelsum und Wolfheze. Sie sollten im Fußmarsch auf drei Routen zügig nach Arnhem vorstoßen.
Die Einheiten der in der Nähe liegenden 9. XX Panzerdivision reagierten äußerst schnell und konnten das 1. und 3. Battalion, sowie die mit Jeeps ausgerüstete Aufklärungskompanie auf den nördlichen Routen vorerst aufhalten.
Allein das 2. Bataillon (2nd Parachute Battalion), im Süden dem Rhein folgend, stieß auf geringeren Wiederstand und kam rasch voran. Die ersten Rückschläge erlitten die Fallschirmjäger als die Eisenbahnbrücke vor ihren Augen gesprengt wurde und sie eine Pontonbrücke demontiert vorfanden. Nach kleineren Gefechten in Straßenzügen, Hinterhöfen und Gärten erreichte der Großteil des 2. Battalions in den Abendstunden schließlich die Straßenbrücke und richtete sich an der nördlichen Auffahrt zur Verteidigung ein.


Die Planer des Unternehmens hatten in der Eile einige Details übersehen, so zum Beispiel die Fähre bei Driel, welche sich in Betrieb befand.


Offiziere des 2nd Parachute Battalion


Drop Zone


Members of the 2nd Parachute Battalion's Mortar Platoon leaving the drop zone on Sunday 17th September 1944. Left to right: Sergeant A. Jackman, Private R. Pope, Dutch civilian with the mortar barrow, Private Len Hoare, more civilians helping. Copyright: Len Hoare (Quelle: Pegasus Archive)


Die Straßenbrücke mit der Nordauffahrt

Lieutenant-Colonel John Dutton Frost, 2nd Parachute Battalion


Frost gehörte seit Gründung der Division dem 2nd Parachute Battalion an und nahm bis 1944 an zahlreichen Absprüngen teil. Unter anderem war er an einem Unternehmen beteiligt bei dem an der französischen Küste Teile einer deutschen Radaranlage erbeutet wurden ("Bruneval Raid").
Ende 1942 übernahm er das Kommando über „sein“ Bataillon und führte es in Tunesien, Sizilien und schließlich in Arnhem.
Am Abend des 17. September 1944 verfügte er an der Brücke letztendlich über ca. 600 Mann, einschließlich Versprengter anderer Einheiten, 4 Pak Geschützen und einigen Pionieren, die sich alle durch Seitenstraßen zur Brücke durchgeschlagen hatten. Zwei Jeeps der Aufklärungskompanie, die eigentlich die Brücke als erste erreichen sollte, konnten ebenfalls verspätet durchstoßen.
Als keine Funkverbindung zu den anderen Einheiten der 1. Brigade hergestellt werden konnte ging Frost davon aus, auf sich allein gestellt zu sein. Nachdem man sich in insgesamt 18 Häusern an der Nordauffahrt verschanzt hatte, ließ Frost die A-Kompanie vorgehen um das gegenüberliegende Ende der Brücke und damit beide Auffahrten zu sichern.

A Company

Das 2nd Parachute Battalion bestand insgesamt aus drei Kompanien und einigen Unterstützungseinheiten. Nur die A-Kompanie gelangte mit fast allen Männern zur Brücke, die anderen beiden Kompanien hingen zum Teil noch hinterher und wurden von den Deutschen eingeschlossen.
Der Chef der A-Kompanie war Major Allison Digby Tatham-Warter, dessen Markenzeichen sein Regenschirm war. Tatham-Warter verfügte über drei Züge (Platoons) die am späten Abend und in der Nacht auf den 18. September zweimal vergeblich versuchten, das Südende der Brücke zu erreichen. Dabei konnte zwar ein deutscher Bunker auf der Brücke ausgeschaltet werden, trotzdem schlug den Männern vom anderen Ufer des Rheins heftiges Feuer entgegen.
Nachdem die Sicherung des Südendes der Brücke gescheitert war, erwartete man die Angriffe der Deutschen und hoffte, dass das 30.Korps bald eintreffen würde oder es zumindest den anderen Teilen der eigenen Division gelingen würde, zu ihnen durchzubrechen. Die Gegenangriffe setzten aber mit einer Heftigkeit und Schnelligkeit ein mit der man auf britischer Seite nicht gerechnet hatte...

Quellen:
Cornelius Ryan, Die Bücke von Arnheim
Stephen Badsey, Arnhem 1944, Osprey Publishing
John Frost, A Drop too Many
Robert J. Kershaw, Arnheim 1944 - Im September fällt kein Schnee
A.D. Harvey, Die Schlacht um Arnheim 1944
Battlefront, A Bridge too far
http://www.pegasusarchive.org/arnhem/frames.htm


Fortsetzung folgt...

nordolf

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Mittwoch, 3. Januar 2018, 23:12

Brinkmanns Assault

Am Abend des 17. September beginnen in Arnheim die planmäßigen Gegenangriffe der Alarmeinheiten. Einige halten seit dem Nachmittag wichtige Objekte besetzt. Andere verwehren den Bataillonen der britischen 1.Luftlande-Brigade den Durchbruch durch Arnheim und zu der Rheinbrücke, nur das Bataillon Frost kommt entlang des Rheinufers durch. Unter Führung des Kommandeurs des XX-Pz.Art:Rgt. 9, (DstGrd) Spindler, durchkämmen die Einheiten die Straßenzüge Arnheims von Osten nach Westen uns schlagen sich dabei mit englischen Kräften herum. Gegen Mitternacht zum 18.09. hat die Kampfgruppe Spindler den Nordwestrand von Arnheim erreicht und mit dem Bataillon Krafft eine lose Verbindung hergestellt. Im Stadtkern halten sich noch einige englische Gruppen, die aus mangelnder Übersicht in der Nacht nicht gefaßt werden können, sie schießen einzelne Melder ab und beunruhigen das Hinterland.
Indessen sickern weitere Feindgruppen zum Bataillon Frost an der Brücke durch, doch die Besetzung der Südauffahrt gelingt nicht. Beim nochmaligen Versuch, die Südauffahrt zu gewinnen, werden die dort in Stellung stehenden 2-cm-Flak und ihre Bedienungen durch das Feuer des Bataillons Frost gezwungen, die Brückenauffahrt zu räumen und weiter südlich an den Häusern in Stellung zu gehen. Die lange Brücke bleibt unbesetzt.
In der Gesamtplanung nimmt die Straßenbrücke von Arnheim einen wichtigen Platz ein. Die 10.XX-Panzerdivision soll über die diese Brücke nach Nymwegen marschieren. (DstGrd) Brinkmann erhält den Auftrag, mit seiner XX-Pz.AA 10 (Aufklärungs Abteilung) und zugeteilten Alarmeinheiten die inzwischen besetzte Brücke freizukämpfen. Die Abteilung erreicht in den Nachtstunden vom 17./18.09. die nördliche Brückenauffahrt und greift nach kurzer Bereitstellung bei Tagesanbruch an,...

Das wird das erste von vier Gefechten rund um die Brücke.

Als Quellen dienten mir unter anderem:
Robert J. Kershaw: Arnheim 44
sowie verschiedene Bücher zur Geschichte des:
II. XX Panzerkorps
sowie der 9. und 10. XX Division "Hohenstaufen" und "Frundsberg"

meyer

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Donnerstag, 4. Januar 2018, 10:01

Spielbericht zum 1. Szenario, Battle for Arnhem Bridge

Brinkmanns Assualt, 18.September 1944, 06:00


Die Platte!


Die Aufstellung der britischen Kräfte, sowie die Aufstellzonen der Deutschen.
Die Ziele der Kampfgruppe Brinkmann sind mit „A“ markiert.
(Die Zahlen markieren die Positionen der 6pdr Paks und die anderen Buchstaben sind spätere Angriffsziele)


Die Stellung der 3" Mörser des 2nd Btln. In dem Haus im Hintergund befindet sich Frosts Btln HQ, die Jeeps gehören zur Aufklärungsabteilung.


Der Angriff


Die XX-Kampfgruppe Brinkmann marschiert auf.



Der gepanzerte Aufklärungszug und der schwere Zug rechts nehmen sofort die Sapper des A-Troops Royal Engineers in dem vor ihnen liegenden Häuserblock unter MG Beschuss.


Die Spähwagen und der abgesessene Aufklärungszug gehen gegen das Gebäude weiter links vor, in dem das No.9 Platoon untergezogen ist.


Die Antwort kommt prompt. Die ersten PIAT-Geschosse zischen aus den Fenstern und können ein Halbkettenfahrzeug ausschalten. Handwaffenfeuer schlägt den Angreifern entgegen. Mörsergranaten schlagen ein. Das 6pdr Geschütz No3. Gun an der Kreuzung Ooststraat – Westervoortsedijk nimmt die Spähwagen unter Beschuss, kann sie unter Druck setzten, aber vorerst keines zerstören.


Durch die nördliche Unterführung hindurch rückt Tatham-Warter mit einem Platoon und der No.4 Gun heran.


Das No.6 Platoon arbeitet sich entlang der Oostraat in Richtung Feind (in der Verlängerung wird die Oostraat zur Eusebiusbuitensingel).


Frost und der Beobachter für die 3“ Mörser können aus Richtung der Van Limburg Schule das Kampfgeschehen gut überblicken.


Der Beschuss auf die Royal Engineers des A-Troops hält aus allen Rohren an, obwohl der hinter den Halbketten vorgehende schwere Zug dabei starke Verluste erleidet und sich bald darauf zurückziehen muss.


Die Royal Engineers weichen ihrerseits dem heftigen Beschuss aus, räumen den Häuserblock und versuchen über die Eusebiusbuitensingel zu entkommen.


Sie hoffen darauf, dass die No.3 Gun die Straße beherrscht, immerhin brennt nun auch einer der Spähwagen.


Doch die gepanzerten Fahrzeuge der Deutschen wagen einen schnellen Vorstoß, schießen die Royal Engineers auf der Straße zusammen und ziehen sich danach so schnell wie sie gekommen sind aus dem Schußbereich der Pak zurück.
Frost kann nur zusehen, wie der gesamte A-Troop aufgerieben wird, nur vereinzelt können sich Verwundete den Hang der Brückenauffahrt hinauf zur Schule retten.


Jetzt konzentriert sich der gesamte deutsche Beschuss auf das Haus in dem das No.9 Platoon untergezogen ist. Artilleriegranaten orgeln heran, krachen in die Wände und das Dach und reißen klaffende, rauchende Löcher. Splitter und Trümmer überall.
Den immer weniger werdenden Überlebenden des No.9 Platoons bleibt nur noch die Köpfe einzuziehen und auf Entlastungsangriffe ihrer Kameraden zu hoffen.




Die arbeiten sich aus Richtung Westen und Süden weiter heran und können einen Ring um die Deutschen ziehen.


Immerhin können sie dem abgesessenen Aufklärungszug der Deutschen jetzt ebenfalls schwere Verluste zufügen.


Die Chancen der Deutschen die Briten zu werfen schwinden dahin…


Nachdem ein weiteres Halbkettenfahrzeug durch die herangezogene No.4 Gun getroffen wurde…


…gelingt den deutschen Spähwagen zwar das überraschende Ausschalten der No.3 Gun, aber die Gelegenheit auf einen Sieg ist vertan, die Kampfgruppe Brinkmann beginnt mit ihrem Rückzug.

Als ein wenig Ruhe eingekehrt ist, sammeln sich die Paras, die Verwundeten werden geborgen und in Keller gebracht. Anschließend bereiten sich die Männer auf den nächsten Angriff vor.
Vielen dämmert es, das sie in einem Wespennest gelandet sind und die Ruhe nur von kurzer Dauer ist. Doch die Moral ist ungebrochen, man wird durchhalten bis das 30. Korps eintrifft!


Zusammenfassung des Spiels

Spielende

Spiel endet gemäß der Missionsbeschreibung in der Startphase des britischen Turn 7.
Sieg der Verteidiger (4:3)

Totalverluste Frosts Perimeter Force (bleiben den Rest der Kampagne raus):
A-Troop Para Sqn RE (1 Platoon mit 5 Teams)
6pdr No.3 Gun B-Troop (1x 6pdr Gun mit Cmd Team)

Siegpunkte
Briten: 4
Deutsche: 3

Nächste Mission: Gräbners Assault...

4

Donnerstag, 4. Januar 2018, 11:20

Ein sehr schöner und spannend geschriebener Bericht. Besonders die vielen Hintergrundinformationen gefallen mir. Der Leser wird sehr gut mitgenommen.

Auch die Platte ist toll geworden. Die habt ihr tatsächlich 1 : 1 zum Original hingekriegt. :thumbup: Zu wann ist denn Gräbners Angriff geplant? Ich bin schon auf den nächsten Bericht gespannt.

Strand

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Donnerstag, 4. Januar 2018, 11:34

Da ist DIE Brücke endlich mal in einer vernünftigen Größe dargestellt, auch wenn sie bei diesem Bericht noch nicht im Fokus stand.
Vielen Dank für den detaillierten Bericht! :thumbup: Ich hoffe, es bleibt spannend! :)
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meyer

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Donnerstag, 4. Januar 2018, 17:32

Spielbericht zum 2. Szenario, Battle for Arnhem Bridge

Gräbners Assault, 18.September 1944, 09:00


Die Aufstellung der britischen Kräfte, sowie die Aufstellzonen der Deutschen.
Das Ziel der Aufklärungsabteilung unter Gräbner ist es, die gesamte Brückenauffahrt hinunter zu fahren und die Platte zu verlassen.
(Die Zahlen markieren die Positionen der verbliebenen 6pdr Paks und die Buchstaben sind Angriffsziele späterer Missionen)

Die Aufklärungsabteilung der 9.XX Panzerdivision unter Viktor Gräbner war zum Beginn der alliierten Landung bei Arnhem einer der stärksten gepanzerte Verbände des II.XX Panzerkorps.
Gräbner erhielt am 17.September den Auftrag zur Brücke von Nimwegen vorzustoßen und diese gegen die gelandeten US Einheiten zu sichern. Dabei passierte er gegen 18:00Uhr die Straßenbrücke von Arnhem nach Süden. Sie war zu dem Zeitpunkt noch feindfrei, das 2nd Btln befand sich noch auf dem Marsch.
Als er am Morgen des 18.September seinen Befehlen zu folge über den Rhein nach Norden zurückkehren wollte, fand er die Nordseite der Straßenbrücke von britischen Fallschirmjägern besetzt vor. Er entschloss sich zu einem überraschenden Durchstoß, vertraute auf das bewährte Überraschungsmoment, unterschätzte dabei aber die feindlichen Kräfte.

Der Angriff

Die insgesamt 6 Züge der Aufklärungsabteilung rollen in zwei Etappen über die Brücke.
Erst der Panzerspähzug (SdKf250/9), der leichte (SdKfz 222) und der schwere Panzerspähzug (SdKfz 231), geführt von Gräbners erbeutetem Humber Scout Car.
Dann in der zweiten Runde folgt ein gepanzerter und zwei motorisierte Infanteriezüge (Aufklärungs Platoons mit SdKfz 250 und LKW).

Dröhnend überquert die Spitze den Scheitelpunkt des Brückenbogens, von wo die Männer erstmals die gesamte Strecke überblicken können. Gräbner treibt zur Eile, er stößt die Faust mehrmals in die Luft, „Schneller, schneller!“.
Erste Probleme für die Deutschen treten auf, als zwei Fahrzeuge auf die eiligst von den Royal Engineers verlegte Minensperre fahren, Gräbners Spähwagen ist eines davon. Der Humber ist nur leicht beschädigt, aber in der kurzen Zeit in der der Fahrer versucht ihn wieder in Gang zu bekommen, ereilt ihn sein Schicksal. Ein PIAT Geschoss durchschlägt die hintere Panzerung, worauf bald der ganze Wagen in Flammen steht. Niemand entkommt, so fällt der Abteilungschef schon in den ersten Augenblicken des Gefechts!
Der Panzerspähzug verliert kein Fahrzeug und fährt mit Höchstgeschwindigkeit die Brückenauffahrt entlang um so schnell wie möglich die Van Limburg Schule und damit die britischen Linien zu passieren. Dabei nehmen sie die erkannte Stellung eines britischen Pak-Geschützes unter Feuer, können es aber nicht ausschalten. Die zwei nachfolgenden Spähzüge folgen mit heulenden Motoren. Als kurze Zeit später die zweite Welle der Abteilung mit SPWs und bewaffneten LKWs über den Scheitelpunkt des Brückenbogens jagt, sind ihre Kameraden an der Spitze mittlerweise in rasendes Kreuzfeuer geraten. Von links und rechts hämmern Handfeuerwaffen auf die Kolonne ein, PIAT-Geschosse zischen heran, von vorn schlagen Pak-Granaten in die Fahrzeuge.
Als die zweite Welle in dieses Inferno hineingerät fällt schnell ein LKW nach dem anderen aus, bleibt mit zerstörten Motor oder Reifen liegen; gerät in Brand, wird zur Seite geschoben. Überall explodiert Munition, Befehle werden gerufen, Verwundete schreien verzweifelt um Hilfe.
Nur die gepanzerten SPW können sich einen Weg bahnen, die aufgesessenen Grenadiere kauern in ihren offenen Kampfräumen und hoffen, dass die gegen die Seitenwände prasselnden Geschosse nicht durchschlagen.
Die vorderen Fahrzeuge nähern sich schon der Schule, an der Spitze ist bisher nur ein 8 Rad Spähwagen zerstört worden. Doch das Abwehrfeuer wird dichter.
Die Fahrer holen nochmal alles aus den Motoren raus und fahren wie die Teufel. Doch der zweite 8 Rad Spähwagen wird getroffen. Über die gesamte Länge der Kolonne breitet sich das Chaos aus.
Nur der Panzerspähzug mit seinen 2cm Halbketten schafft es die Schule zu passieren und mit allen Fahrzeugen in Sicherheit zu kommen. Die Insassen vernehmen das abnehmende Ping, ping, ping auf der dünnen Panzerung, hören das die Explosionen um sie herum leiser werden und atmen auf.
Hinter Ihnen wird ein Fahrzeug nach dem anderen ausgeschaltet, in Brand geschossen, bleibt manövrierunfähig liegen. Dazwischen ausgebootete Grenadiere und Besatzungen, die zwischen den Wracks Deckung suchen und sich verbissen wehren. Doch das Feuer der Briten rast weiter. Die Stellungen der Briten können nicht ausgeschaltet werden.
Die noch intakten Schützenpanzer der zweiten Welle kurven verzweifelt um Wracks und Trümmer herum, fahren an einer britischen Pak Stellung vorbei ohne einen weiteren Gedanken an sie zu verschwenden und nähern sich nun ihrerseits der Schule. Vor ihnen werden in kurzer Zeit zwei 4 Rad Spähpanzer von PIAT und Pak Granaten ausgeschaltet. Die Fahrer sehen hoffnungsvoll wie es die Halbketten des Panzerspähzuges geschafft haben und beten das die überhitzten Motoren durchhalten.
Doch es gibt keine Hoffnung. Die letzten SPW werden von den Royal Engineers aus der Schule heraus ausgeschaltet, die aussteigenden Besatzungen werden niedergemäht oder bleiben verwundet neben ihren Fahrzeugen liegen.

Fast wie im Film!
Gräbners Assault Scene KLICK MICH!


„Schnell, schnell!“


„Hold your Fire…“


„Fire!“
















Spielende

Es war wirklich ein Massaker, wohl vorauszusehen, aber trotzdem heftig.
Nur ein Platoon der Deutschen (fünf SdKfz 250/9) schafften es zu entkommen.
Die Briten verloren nur ein Team!

Spiel endet gemäß der Missionsbeschreibung in der Startphase des britischen Turn 5.
Sieg der Verteidiger (5:3)
Es gab einen Siegpunkt für die Briten für jedes zerstörte Platoon Gräbners, drei Siegpunkte für die Deutschen für jedes Platoon, welches es von der Platte geschafft hat.

Totalverluste Frosts Perimeter Force (bleiben den Rest der Kampagne raus)
Noch aus Brinkmanns Aussault:
A-Troop Para Sqn RE (1 Platoon mit 5 Teams)
6pdr No.3 Gun B-Troop (1x 6pdr Gun mit Cmd Team)

Siegpunkte Kampagne
Briten: 9
Deutsche: 6

Trotz des überragenden Sieges für die Männer um Frost, lief denen langsam die Zeit davon. Die 1st und 4th Parachute Brigade lagen im Westen Arnhems fest und konnten nicht zur Brücke durchstoßen.
Und das 30. Korps hatte große Probleme den Zeitplan einzuhalten, die Brücke über den Wilhelmina-Kanal bei Son war gesprengt worden. Die Panzer standen noch 70km entfernt!
Aber davon wussten die Männer in Arnhem nichts…


Nächste Mission: Knausts Assault...

Strand

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7

Donnerstag, 4. Januar 2018, 18:01

Hm, hört sich nicht nach einem spannenden Spiel für die Achse an. Eher Moorhuhn für Fallschirmjäger... Die einzige Entscheidung der Kampfgruppenfahrzeuge war wahrscheinlich nur move at the double oder nicht?
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SisterMaryNapalm

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Donnerstag, 4. Januar 2018, 18:02

Wow. Das ist ne echt coole Runde, die ihr da gemacht habt. Ich bin schon etwas neidisch :-D

"Was nun?" - "Arnheim auslöschen."


_______________________________

Danke an Djizomdjinn, für die wunderschöne Version von Kubika

meyer

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9

Donnerstag, 4. Januar 2018, 18:48

Ja, das Szenario war eher frustrierend für den Deutschen Spieler.
Move at the Double war ja nicht möglich, weil der Gegner so nah stand (weniger 8"/20cm).

Der Angriff der AA der Hohenstauffen nahm ja tatsächlich einen solchen Verlauf wie im Spiel. 22 Fahrzeuge wurden zerstört, 5 kamen durch, Gräbner und ca. 70 Mann fielen.
Es stellt sich natürlich die Frage warum die den Angriff nicht abgebrochen haben, aber stopp mal 30 Gefechtsfahrzeuge aus voller Fahrt und mache denen klar das sie umkehren müssen, in dem Chaos, ohne Platz...
Das Ganze war nicht mehr aufzuhalten, nachdem die Abteilung Fahrt aufgenommen hatte.

Das nächste Szenario bietet dem Deutschen wieder mehr Möglichkeiten...

Cpt.Armstrong

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Freitag, 5. Januar 2018, 19:04

Hammergeil, sowohl die Berichte, als auch die Platte.
Arnheim wird auch mein nächstes Projekt, aber so geil wie bei euch wird es vermutlich nicht. Als Inspiration finde ich den Thread echt klasse :good3: bitte mehr davon.
Mein Sturmgeschütz fühlt sich moralisch überlegen!

Narrativ ist echt eine total nette Beschreibung für schlechtes Balancing.

meyer

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Samstag, 21. April 2018, 16:52

Spielbericht zum 3. Szenario, Battle for Arnhem Bridge

Knaust´s Assault, 18.September 1944, 18:00


Die Aufstellung der britischen Kräfte, sowie die Aufstellzone der Deutschen.
Das Ziel der Kampfgruppe Knaust ist die Eroberung eines der Objekte „B“.
(Die Zahlen markieren die Positionen der verbliebenen 6pdr Paks und die Buchstaben "A" und "C" sind Angriffsziele der anderen Missionen)

18.September, der zweite Tag der Schlacht.
Trotz des desaströs gescheiterten Durchbruchsversuchs von Gräbner Aufklärungsabteilung am Vormittag hielt der Druck auf die Briten den ganzen Tag an. Die Deutschen hatten den Auftrag so schnell wie möglich die Brücke zurückzuerobern, koste es was es wolle.
Major Hans-Peter Knaust befehligte einen der improvisierten Angriffsverbände. Die nach ihm benannte Kampfgruppe wurde aus Heereseinheiten gebildet, welche in aller Eile in Richtung Arnheim in Marsch gesetzt wurden und bestand größtenteils aus noch unerfahrenen Rekruten. Ihre Stärke variierte zwischen 200 und 300 Mann. Am Abend griff die Kampfgruppe aus Richtung Osten an.

Der Angriff

Andauernder Kampflärm liegt über der Stadt. Mal lauter, mal leiser, aber Ruhe gibt es nicht mehr. Gewehrfeuer peitscht die Straßenzüge entlang, dazwischen immer wieder das reißende Geräusch eines Maschinengewehrs. Leuchtspurgarben tasten sich über Trümmer und Fensteröffnungen. Gelegentlich berstet irgendwo eine Handgranate oder schlägt ein Mörser ein. Und in regelmäßigen Abständen orgeln schwere Koffer heran, schlagen mit ohrenbetäubendem Lärm ein, reißen die Straßen immer weiter auf, zerfetzen ein Dach oder lassen eine Wand einstürzen. Splitter und Trümmer sausen überall durch die Luft, regnen wie Stahlgewitter herab, klatschen in Hauswände, stutzen die Bäume zu Stumpen.
Inmitten dieser Hölle harren Männer aus, warten auf den nächsten Angriff. Man hört aus den Häusern Befehle und Rufe auf Deutsch und Englisch, und auch das Geschrei oder Gewimmer von Verwundeten oder Sterbenden. Die Gegner sind nur wenige Meter voneinander entfernt.
Und deshalb können sie es in all dem Chaos hören. Panzer!


Die Kampfgruppe Knaust stellt sich im Osten, an der rechten Seite der Platte, bereit.


Die britischen Fallschirmjäger erwarten sie.


Die deutsche Aufstellzone. Von links nach rechts:
Panzergrenadierplatoon
Heavy Platoon (4x MG42, 2x GW34)
Panzergrenadierplatoon
Panzerplatoon (2x PzIVH, 2x PzIIIL)



Die Panzer holen nach rechts aus um gegen das Haus des No.9 Platoons vorzugehen und sich außerhalb der britischen 6pdr zu halten.

Von dort beginnen sie mit dem Beschuss des Hauses. Zum Glück für die Deutschen verfehlen mehrere PIAT Geschossen die PzIII.


Vorgehende Panzergrenadiere.



Links gehen die Grenadiere gegen das No.8 Platoon vor. Das erste Panzergrenadierplatoon wird blutig abgewiesen. Aber der Angriff des zweiten Platoons kann das angeschlagene No.8 aus den zwei Häusern vertreiben und zum Rückzug zwingen.
Das Heavy Platoon, welches hinter den Panzergrenadieren vorgeht, erleidet ebenfalls schwere Verluste.
Somit bleiben den Deutschen nur noch ein Panzer- und ein Infanterieplatoon für den weiteren Angriff.


Das Gelände hinter der Ooststraat ist in deutscher Hand.

Die Briten eilen von der anderen Seite der Brücke heran.





MGs beziehen auf der Brücke Stellung und beschießen vorrückende Panzergrenadiere.




Das Haus in dem das No.9 Platoon untergezogen war, wurde sieben Runden lang von Panzern, MGs und Artillerie beschossen. Die Paras hielten trotz schwerer Verluste aus.


Das Panzergrenadierplatoon stürmte schließlich das Gebäude und wurde abgewiesen!


Das bisher in der Kampagne am heftigsten umkämpfte Gebäude.

Spielende



Das dritte Spiel endete wieder mit einem britischen Sieg und verhältnismäßig geringen Verlusten für die Verteidiger. Nur das No.8 Platoon ging verloren, während das schwer getroffene No.9 Platoon zweimal den Moraltest bestand und somit in der nächsten Mission wieder voll aufgefüllt antreten kann.
In Wirklichkeit liefen die Angriffe auf den Brückenkopf der Parachutes am 18.09.44 fast den gesamten Tag und im rollenden Einsatz. Anfangs noch unkoordiniert und von unnötig hohen Verlusten begleitet, wurden sie aber immer besser abgestimmt und brachten erste Erfolge. Die besetzten Häuser standen außerdem unter Dauerbeschuss deutscher Batterien.
Ebenso ging den Verteidigern allmählich die Munition aus.
Und immer noch steckte das 30.Korps am Wilhelmina Kanal fest, eigentlich sollten die britischen Panzer schon in Nimwegen sein, und morgen in Arnhem!
Das Auftreten der ersten deutschen Kampfpanzer machte den Parachutes um Frost zunehmend Sorgen. Und obwohl im Westen Kampflärm zu vernehmen war kamen keine Verstärkungen von der eigenen Division. Die steckte nämlich ebenfalls in immer größeren Schwierigkeiten. Aber die Moral war noch ungebrochen.

Spiel endet gemäß der Missionsbeschreibung in der Startphase des britischen Turn 7.
Sieg der Verteidiger (5:2)

Totalverluste Frosts Perimeter Force (bleiben den Rest der Kampagne raus)
A-Troop Para Sqn RE (1 Platoon mit 5 Teams)
6pdr No.3 Gun B-Troop (1x 6pdr Gun mit Cmd Team)
No.8 Platoon (1 Platoon mit 8 Teams)

Siegpunkte Kampagne
Briten: 14
Deutsche: 8

Nächste Mission: Hummels Assault, die finale Schlacht um die Brücke von Arnheim...
Für die letzte Mission kann der deutsche Spieler fünf der Häuser zerstören. Auf eine 4+ sind diese dann zusätzlich in Brand und blockieren jede Bewegung. Die zerstörten Häuser allein bringen dem Angreifer keine Vorteile, da sie dann als Rubble behandelt werden.
Ich grübele aber noch über zusätzlichen Sonderregeln um dem Deutschen eine Chance zu geben gegen die verbliebenen 16 Platoons gewinnen zu können. Und um die Sache realistischer zu gestalten.
z.B.
-reduzierte ROF für die Briten (Rifle/MG Teams nur noch ROF 1, SMG ROF 2, PIAT Teams Malus +1, 6pdr ROF1)
- Team-Anzahl der ParaPlatoons um 1 Team reduzieren
- östliche Aufstellungszone verbreitern
- 7 zerstörte Häuser statt der 5 vorgesehenen
- auf der gesamten Platte sind Inf. Teams und man packed Gun Teams durch Trümmer verborgen

Fortsetzung folgt!

nordolf

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12

Samstag, 21. April 2018, 17:37

War wieder ein schönes Spiel. Aber dieses verfluchte No.9 Platoon. Mussten hart einstecken aber konnten sich wieder retten.
Bei einem erneuten Durchlauf der Kampagne in ferner Zukunft sollten vernichtete Teams auch vernichtet bleiben. :)
Nnchstes Spiel stell ich meine bereits bemalten Legionäre mit auf :P

meyer

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13

Dienstag, 15. Mai 2018, 19:31

Spielbericht zum 4. und letzten Szenario, Battle for Arnhem Bridge

Hummel´s Assault, 19. – 20.September 1944


Die Aufstellung der britischen Kräfte, sowie die Aufstellzone der Deutschen.
Das Ziel der Kampfgruppe Hummel ist die Eroberung eines der Objekte „C“.
(Die Zahlen markieren die Positionen der verbliebenen 6pdr Paks und die Buchstaben "A" und "B" sind Angriffsziele vorheriger Missionen)

19.September, der dritte Tag der Schlacht.
Das 2nd Parachute Battalion unter Frost hielt noch immer die Nordauffahrt der Arnheimer Straßenbrücke. Doch die Situation wurde immer kritischer, die Zahl der Ausfälle betrug mehr als ein Drittel der Männer, Munition und Verpflegung gingen zur Neige und eine Rettung war nicht in Sicht. Am Morgen hatten drei Bataillone der 1st und 4th Parachute Brigade einen letzten Versuch unternommen entlang des Rheinufers zu Frost durchzustoßen. Der verzweifelte Angriff scheiterte 1,4km vor dem Ziel unter schwersten Verlusten. Die Überlebenden zogen sich nach Oosterbeek zurück. Zwar überschritt am frühen Morgen das 30.Korps endlich den Wilhemina Kanal und rollte in nur wenigen Stunden bis nach Nijmwegen, aber Stadt und Brücke wurden verbissen verteidigt. Nur noch 17 Kilometer lagen nun zwischen den Panzern und der 1st British Airborne Division in Arnhem und Oosterbeek.
Die Deutschen setzten aber weiterhin alles daran die Straßenbrücke in Arnhem zurückzuerobern. Über diese sollten dann schnellstmöglich Verstärkungen nach Nijmwegen geworfen werden um dort den Übergang des 30.Korps zu verhindern. Gelang dies, bzw. konnte weiter verzögert werden, lockte die komplette Vernichtung der 1st British Airborne Division. Damit wäre das gesamte alliierte Unternehmen gescheitert.
Die Aufgabe der Zerschlagung der gegnerischen Kräfte an der Arnheimer Straßenbrücke fiel, wie in den letzten Tagen, den Kampfgruppen Knaust und Brinkmann zu. Dabei konnten sie sich trotz starker Verluste auf eine zunehmende Anzahl von Männern und schwerem Gerät stützen. Dazu gehörten u.a. die Panzerkompanie Mielke und zwei Tiger des Hauptmanns Hummel.

Der Angriff



Die Ausgangssituation
7 Häuser sind zerstört, drei davon stehen in Flammen


Der deutsche Aufmarsch:
2 Panzergrenadierzüge
1 Gepanzerter XX Aufklärungszug
1 XX Schwerer Zug
Panzerzug (4 Panzer III)
2 Tiger
XX Artillerie (Across the Volga Regel, also offboard)


Als erstes gehen die deutschen Kampfgruppen gegen die Männer des No.9 Platoons vor, welche „ihr“ Haus hatten verlassen müssen.


Der linke Flügel fühlt gleichzeitig in Richtung Oostraat vor.


Frost kann den deutschen Angriff gut überblicken.


No. 2 Platoon in den Trümmern.


No. 2 Gun C Troop wird in Richtung Eusebiusbinnensingel vorgezogen.


No. 9 Platoon gerät unter Druck. MGs versuchen von der Brücke aus den deutschen Angriff aufzuhalten.


Das No. 9 Platoon wird zwar zerschlagen, aber zwei deutsche Züge müssen ebenfalls weichen.



Das No. 3 Platoon an der Ecke Ooststraat - Westervoortsedijk wird als nächstes angegangen.


No. 2 Gun C Troop ist in Stellung gegangen um die Deutschen am Durchfahren der nördlichen Brückenunterführung zu hindern.



Die Tiger unter der Brücke.


MG42 werden vorgezogen.



Grenadiere stürmen über die Ooststraat gegen das No. 3 Platoon.


Tiger rollen langsam weiter vor.


No. 3 Platoon zieht sich zurück.


Als sich die Tiger weiter vorwagen, stürmt plötzlich das No. 2 Platoon mit den Royal Engineers hervor…


Die beiden Panzer können in einem kurzen und heftigen Nahkampf unter der Brücke eingekeilt und vernichtet werden.


In der 10.Runde hat sich der deutsche Angriff schließlich festgefahren.

Spielende


Spielverlauf

Das vierte und letzte Spiel der Kampagne endete wieder mit einem britischen Sieg.

Sieg der Verteidiger (4:3)

Siegpunkte Kampagne
Briten: 18
Deutsche: 11

Damit endet die Kampagne mit einem Major Victory der Briten.

Die strategischen Auswirkungen durch das Aushalten der Briten über einen weiteren Tag hinaus liegen im Bereich der Spekulation. Was wäre gewesen wenn die Deutschen die Straßenbrücke von Arnhem nicht hätten nutzen können um die Betuwe, das Gebiet zwischen Rhein und Waal, zu verteidigen usw?

Historisch gesehen war die Truppe um Frost nicht mehr in der Lage über den 20. September hinaus durchzuhalten.
Am Abend wurde Frost selber verwundet. Es blieben zu dem Zeitpunkt ca. 250 der ursprünglich über 600 Parachutes unverwundet, ohne Munition, Verpflegung, Wasser. In einer vereinbarten Waffenruhe wurden durch die Deutschen einige hundert Verletzte abgeborgen. Danach hielt der verbissene, blutige Kampf noch die Nacht weiter an. Am 21. September war jeder organisierte Widerstand erloschen und die Brücke wieder in deutscher Hand. Jetzt konnten Verstärkungen nach Süden dem 30.Korps entgegengeworfen werden.
Dieses hatte zwar am Vorabend endlich die Nimwegener Brücke eingenommen, stieß aber anschließend nicht entschlossen genug vor und wurde nur wenige Kilometer vor Arnhem gestoppt.
Jetzt, wo die Brücke von Arnhem für die Alliierten verloren war, galt es zumindest die gesamte 1st British Airborne Division vor der Vernichtung zu bewahren. Denn diese kämpfte inzwischen ihrerseits in Oosterbeek um das Überleben. Erst am 22. September gelangt die erste Verbindungsaufnahme zwischen der schwachen Spitze des 30. Korps und der unmittelbar südlich des Rheins gelandeten polnischen Brigade. In der Folge scheiterten mehrere Versuche den Brückenkopf der 1st British Airborne Division in Oosterbeek zu halten und zu verstärken. So wurden in der Nacht vom 25. auf den 26. September 1944 die Trümmer der Division über den Rhein evakuiert.
Damit war die Operation „Market Garden“ gescheitert. Die 1st Airborne Division hatte 7000 Mann verloren, das gesamte 2nd Parachute Battalion war untergegangen.
Die Straßenbrücke von Arnhem wurde wenige Wochen später durch einen US-Bombenangriff zerstört.

The End…

Anmerkungen:
Die Kampagne hat aus spielerischer Sicht einige Schwächen. Einerseits sind die Deutschen Kampfgruppe sind zu schwach, andererseits werden die Auswirkungen auf die Verteidiger, welche tagelang ohne Nachschub kämpfen mussten, nicht dargestellt.
Im letzten Spiel haben wir deshalb die ROF für alle britischen Platoons deutlich herabgesetzt und die Stärke der Parachute Platoons um jeweils ein Team reduziert. Die Anzahl der zerstörten Häuser haben wir auf 7 erhöht, das gesamte Gelände zwar zu verbergendem Gelände (für Infanterie und man packet Gun Teams) aber nur Slow Going gemacht.
Im Nachhinein hätte man die Deutschen mit dem einen oder anderen Platoon verstärken oder eine weitere Mission einfügen sollen, was an dem wirklichen Geschehen gemessen, nicht unrealistisch gewirkt hätte.
Trotzdem hat das Projekt viel Spaß gemacht, vor allem wenn man die Jahre der Vorbereitung und die tollen Bilder sieht.

Aquarius

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14

Dienstag, 19. Juni 2018, 20:56

Wahnsinn! Was für eine Platte und was für ein Bericht, Entschuldigung Dokumentation!

Spannend zu lesen. Super Bilder. Großes, ganz großes Kino! :thumbsup:

meyer

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15

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19:56

Danke für das Lob. Freut mich das es dir gefällt :) .

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